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Der Kinderschutzbund
Bernkastel-Wittlich e.V.

MehrGenerationenHaus
Haus der Familie Wittlich -

Fachstelle Familienbildung

Kurfürstenstr. 10 -  Wittlich.

Tel. 06571-2110 oder: info(at)dksb-wittlich.de

Das Haus ist ab sofort wieder Mo -Do von 09:00 - 12:00, 14:00 - 17:00 Uhr geöffnet.

Unsere Kolleg*innen erreichen Sie ebenso über die Nummern nebenstehend

"Kaufen mit Herz", Burgstr. 49, in Wittlich

Kleider, Haushaltsartikel spenden und kaufen:

"Kaufen mit Herz" ist ab Montag 14.09.2020 geöffnet

Mo - Fr 10:00 - 18:00 Uhr

Samstag 10:00 - 13:00 Uhr

Spendenabgabe möglich, bei größeren Mengen bitte Termin vereinbaren

Ladentelefon:

0 65 71 - 9 99 37 87

 www.kaufenmitherz-wittlich.de

SteuerNr. 43/657/2047/7

Spenden:
Sparkasse EMH

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VVR Bank Wittlich eG
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18.11.2018

10 Jahre kleine und große Wunder: „Geht nicht gibt´s nicht“

Wittlich. Seit zehn Jahren wird im Mehrgenerationenhaus herausragende Arbeit geleistet. Auf die Beine stellen das eine Handvoll hauptamtlicher und eine engagierte „Heerschar“ ehrenamtlicher Frauen und Männer.

Sozialpädagogin Annette Weinand gehört zu den Hauptamtlichen. Genauer gesagt: Sie ist DIE Hauptamtliche im MehrGenerationenhaus MGH, in dem es an diesem Vormittag „brummt“ wie eigentlich an jedem Tag. Am Empfang herrscht reger Publikumsverkehr: Besucher fragen um Rat, lassen sich ein unverständliches Behördenformular erklären, melden ihre Kinder für Ferienkurse an, suchen die Fachstelle Familienbildung oder den Pflegekinderdienst, bringen Kuchen vorbei, der von der Familienfeier am Vortag übrig geblieben ist. Stimmengewirr von oben, der Deutschkurs macht Pause, es wird rasch frische Luft im Hof  geschnappt und nachgeschaut, wie groß die Tomaten schon sind. Ständig klingelt das Telefon. Mal antworten die Mitarbeiter auf Deutsch, mal englisch, mal arabisch. Wer einen Eindruck von der ganzen Vielfalt der im MGH geleisteten Arbeit gewinnen möchte, sollte sich eine halbe Stunde genau hierhin stellen und lauschen.

 Beeindruckend. Die meisten Bürger der Stadt und des Landkreises kennen die Angebote in diesem Haus der Familie nur in Bruchstücken. Koordinatorin Annette Weinand bringt Struktur ins  Halbwissen. „Das erste MGH stand in Salzgitter“, erinnert sie sich. Inzwischen existieren in Deutschland 540 seiner Art. Es sind Bundesprojekte, angestoßen unter Ursula von der Leyen als Familienministerin zu  bestimmten Bedingungen, mit festen Begrifflichkeiten und, je nach den örtlichen Bedürfnissen  unterschiedlichen, aber klar definierten Aufgaben. Jeder Landkreis sollte ein MGH unter dem Motto „Alle Generationen unter einem Dach“ bekommen.

Wittlich startete 2008 in Trägerschaft des Deutschen Kinderschutzbundes als eines der vergleichsweise kleinen Häuser mit fünf Handlungsschwerpunkten: Alter und Pflege, Integration und Bildung, die Förderung freiwilligen Engagements, haushaltsnahe Dienstleistungen und die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Weinand: „Nach fünf Jahren sollte das MGH ehrenamtlich laufen.“  Folglich widmete man sich mit ganzer Kraft der Förderung des Ehrenamts.

 

Der Lernprozess ist fließend und kontinuierlich, manches ist neu, anderes hat Bestand. Überraschend oft kamen Menschen mit Ideen ins MGH, für die sie lediglich einen Raum brauchten. „Den konnten wir bieten.“ Das „Internationale Frauenfrühstück“ und „Juttas Schreibwerkstatt“ zum Beispiel laufen bis heute, aus „Christas Probiercafé“ entwickelte sich das stark frequentierte „Generationencafé“, einmal wöchentlich wird mit Kindern gebastelt, freitags treffen sich Interessierte zur „Flotten Masche“, ein andermal zum Kartenstammtisch, zum Tanzen, Schauspielern oder Vorlesen von Gedichten und Geschichten. Die lokale Drehscheibe für Bedürfnisse der Bürger ist ein offener Treff geblieben, erweitert und  mit internationalem Charme und dem Blick über den Tellerrand hinaus veredelt nach der Flüchtlingswelle.

Nicht alle Ideen passen ins MGH. „Dann vermitteln wir die Menschen mit ihren Anliegen weiter. Wir sind im ganzen Kreis super vernetzt.“ Im Wechsel arbeiten im MGH junge Menschen als Bufdi (Bundesfreiwilligendienst) oder FSJler (Freiwilliger Soziales Jahr). Ihr jugendlicher Optimismus ist ein wichtiger Baustein im Gesamtkunstwerk MGH.

Auch Ehrenamtler erhalten im MGH weitreichende Qualifikationen, Zeugnisse, Zertifikate und bei Bedarf eine Supervision. Denn bei allem Optimismus und Humor, der hier zu Tage tritt, sind manche Themen und Schicksale schwer und müssen auch von den Helfenden verkraftet werden.

 Höhepunkte in der zehnjährigen Geschichte:

 Zwar verspätet, aber persönlich feierte Ursula von der Leyen die Eröffnung des Wittlicher MGH´s im August 2009 mit. Patenschaften übernahmen die ehemalige Kreischefin Beate Läsch-Weber und die Schauspielerin Barbara Philipp. 2017 besichtigte, wieder zur Kirmes, das Landtagspräsidium die Einrichtung. Jährlich wiederkehrende Highlights sind darüber hinaus die Sommerfeste und die dreiwöchige Ferienakademie mit zig Mitarbeiter/innen und Hunderten wissbegieriger junger Teilnehmer.

 Hintergrund:

 Das Projekt Mehrgenerationenhaus wird wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse regelmäßiger Selbstmonitoring-Termine werden ausgewertet (Benchmarking). Vier Moderationskreistreffen jährlich finden auf Länderebene statt. Die rheinland-pfälzischen MGH´s wurden im Rahmen des Programms „Häuser der Familie“ 2010 und 2012 zertifiziert. Aus dem ursprünglich auf fünf Jahre angelegten Bundesprogramm sind wiederkehrende Aktionsprogramme erwachsen; aktuell läuft das vierte. Durch die Verstetigung im Bundeshaushalt ist die Finanzierung bis ins Jahr 2020 gesichert.

Kontakt telefonisch: 06571 / 2110

 

Stadtbürgermeister Joachim Rodenkirch:

 „Zum zehnjährigen Jubiläum gratuliere ich dem Mehrgenerationenhaus im Namen der Stadt Wittlich aber auch persönlich ganz herzlich.

Das Mehrgenerationenhaus ist ein offener Ort, in dem Generationen- und seit der Flüchtlingswelle auch Nationen übergreifender Austausch in wunderbarer Weise stattfindet. Es sind ein umfassendes Netzwerk und Initiativen (Kaufen mit Herz, Flüchtlingshilfe etc.) entstanden, die für die Integration von Menschen und das soziale Miteinander in unserer Stadt von höchster Wichtigkeit sind. Diese „soziale Drehscheibe“ gilt es zu erhalten.

 

Eine Ehrenamtliche von vielen: Vanessa Holling

 Seit 2009 ist die gebürtige Südafrikanerin Vanessa Holling mit im Boot. Ihr ehrenamtliches Einsatzgebiet ist der Laden Kaufen mit Herz. „Meine ganze Familie lebt an anderen Orten der Welt“, erzählt sie.  Nach dem Tod ihres Mannes fand sie zunächst als Nutzerin ins MGH. Die „Schreibstube“ von Jutta Federkeil besucht sie bis heute, und den Umgang mit Computer und Internet hat die 73-Jährige überhaupt erst hier gelernt. Ein junger Mann habe ihr, der völlig Unwissenden, damals die Grundzüge beigebracht. „Mit äußerster Geduld!“ Anschließend belegte sie den regulären Computerkurs und fand dort sogar eine echte Freundin. Regelmäßig besucht Vanessa Holling auch das internationale Frauenfrühstück und die offene Kaffeerunde, die sich seit Jahren bewährt haben.

In den großen Ferien ist man bei den bunten Angeboten der Ferienakademie auf möglichst viele helfende Hände angewiesen. Die Hände, die Füße und das Herz von Vanessa Holling Hände waren schon öfter im Einsatz, mal im Tierpark Saarburg, mal im Schwimmbad in Saarlouis. Im Laden sie immer freitags. Warum sie so fleißig dabei ist? Es macht Sinn, es macht Spaß, und die enorme Begeisterung von Annette Weinand, der einzig Hauptamtlichen für den Laden Kaufen mit Herz, übertrage sich auf alle. Wie anders wäre zum Beispiel der Umzug des Geschäfts zum Jahreswechsel innerhalb von nur sechs Wochen zu bewerkstelligen gewesen? „Das Netzwerk ist phantastisch!“